Chemische Struktur von Nicotin
reines Nicotin in Glasampulen
Nicotin (auch Nikotin) ist ein legaler Wirkstoff mit sedativen und stimulierenden Wirkungen, der eine hohe Alltagstauglichkeit besitzt und als eines der stärksten Addiktiva gilt.
Als Hauptwirkstoff der Tabak-Pflanze gehört Nicotin zu den Volksdrogen. Das Tabak-Rauchen gilt als eine der Hauptursachen für diverse Gesundheitsprobleme.
Konsum[]
Darreichungsform[]
Tabak-Zubereitungen[]
Die verbreitetsten Darreichungsformen von Nicotin sind Zubereitungen aus den Blättern der Tabak-Pflanzen, insbesondere Nicotiana tabacum ("Virginischer Tabak") und Nicotiana rustica ("Bauern-Tabak", "Rapé"). Die Blätter werden hierbei meist fermentiert, getrocknet und zerkleinert um sie auf die jeweilige Applikationsweise vorzubereiten.
Tabak enthält von Natur aus krebserregende Nitrosamine, wie N-Nitrosonornicotin (NNN), und kann sich über den Boden mit Blei und Cadmium anreichern, weshalb bei allen Konsumformen von Tabak von einer erhöhten Gesundheitsbelastung auszugehen ist.
Rauch- und Dampf-Zubereitungen[]
- Rauchtabak
Rauchtabak sind Tabakzubereitungen für das Rauchen, welche z.T. aber auch für das dampfen mittels Tabakerhitzern oder Vaporizern genutzt werden. Unterformen von Rauchtabak sind etwa Pfeifentabak (für den Konsum in Pfeifen), Schischatabak (für den Konsum in Wasserpfeifen) oder Drehtabak (zum selberdrehen von Zigaretten). Weiterhin wird Rauchtabak oft schon zu Zigaretten, Zigarillos oder Zigarren weiterverarbeitet angeboten.
- Tabaksticks
Tabaksticks sind Zigaretten-ähnliche Tabakzubereitungen, die für das Einsetzen in Tabakerhitzern zugeschnitten sind.
Rauchfreier Tabak[]
- Schnupftabak / Snuff
Schnupftabak oder Snuff sind pulverisierter, aromatisierter Tabaksorten, welche für den nasalen Applikationsweg genutzt werden.
- Kau-Tabak
Kau-Tabak ist für den Geschmack in aromatisierende Soßen eingelegter loser Tabak, der oral, sublingual bzw. buccal konsumiertert wird. Er wird hierfür meist entweder gekaut oder zwischen Lippen bzw. Backen und Zahnfleisch gelegt, wodurch das Nicotin über die Munschleimhaut aufgenommen wird. Im amerikanischen Raum ist Kau-Tabak z.T. als Smokeless Tobacco bekannt. Nach Gebrauch entledigt man sich des Kau-Tabaks üblicherweise in einem Spucknapf.
- Snus
Snus bezeichnet eine Variante von Kau-Tabak, bei der der Tabak in durchlässigen Beuteln in den Mund gelegt wird, wodurch er leichter zu händeln ist. Z.T. werden als White Snus auch gänzlich tabakfreie Nicotinbeutel angeboten.
- Tabaksud
Tabaksud ist ein Heißwasseraufguss mit Tabak, bei dem das Nicotin sich im Wasser löst. Dies wird oft als ein Hausmittel gegen Insektenbefall von Zimmerpflanzen verwendet. Der Umgang mit Tabaksud zum Konsum gilt als gefährlich, da es leicht zu Vergiftungen kommen kann.
Tabak-freie Zubereitungen[]
Dampf-Zubereitungen[]
- E-Liquids
E-Liquids sind Lösungen welche für das verdampfen in sogenannten E-Zigartetten bzw. Vapes bestimmt sind. Viele davon enthalten Nicotin als Wirkstoff in unterschiedlichen Dosierungen, Aromastoffe und eine Basissubstanz zum verdampfen ("Base", i.d.R. Propylenglykol und Glyzerin).
Einweg-Vapes sind für den einmaligen Konsum einer bereits vorgefüllten Menge E-Liquids bestimmte Wergwerfprodukte. E-Shishas sind Bauformen von Vapes, welche durch den Luftzug aktiviert und gesteuert werden, also nicht über eine "Feuer-Knopf" verfügen.
Bukkale Zubereitungen[]
- Tabak-freien Nicotinbeutel
Nicotin-Beutel, Nicotin-Kissen oder Nicotine-Pouches werden bukkal oder sublingual angewendet.
Sie sind insbesondere in Schweden verbreitet und werden dort und in anderen Ländern mit unterschiedlichen Aromastoffen und Nicotin-Gehalten (ca. 4 bis 20 mg/Beutel) für den Genusskonsum angeboten. In Deutschland sind sie nicht für den Handel zugelassen, können aber über das Internet bestellt werden.
- Nicotin-Spray
Nicotin-Sprays dienen meist dem bukkalem Nicotin-Konsum, d.h. werden auf die Mundschleimhaut gesprüht. Sie werden üblicherweise als Rauch-Entwöhnungsmittel vermarktet und enthalten meist 1mg Nicotin pro Sprühstoß.
- Nicotin-Kaugummies
Nicotin-Kaugummies dienen dem bukkalem Nicotin-Konsum und werden als Mittel zur Rauchentwöhnung vermarktet. Nicorette-Kaugummis werden mit 2mg bzw 4mg Nicotin pro Kaugummie verkauft.
- Nicotin-Lutschtabletten
Nicotin-Lutschtabletten dienen dem bukkalem Nicotin-Konsum. Sie werden üblicherweise als Rauch-Entwöhnungsmittel vermarktet. Nicorette-Lutschtabletten werden mit einem Nicotingehalt von 2 mg bzw. 4 mg Nicotin pro Tablette verkauft.
transdermale Zubereitungen[]
- Nicotin-Pflaster
Nicotin-Pflaster dienen dem transdermalen Nicotin-Konsum. Sie werden als Entwöhnungsmittel für das Tabak-Rauchen verkauft und sind als solches Apothekenpflichtig, aber verschreibungsfrei.
Nicorette-Pflaster werden mit Wirkstoffgehalten von 25mg, 15mg und 10mg und einer avisierten Wirkdauer von 16 Stunden verkauft, wobei sie morgens nach dem Aufstehen auf die Haut geklebt und vor dem Schlafen gehen abgenommen werden. Für mittlere bis starke Raucher, welche mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchten, wird zur Entwöhnung empfohlen zunächst 8 Wochen je ein 25mg-Pflaster täglich zu verwenden und dann jeweils für 2 Wochen zunächst mit den 15mg-Pflastern und letztendlich mit den 10mg-Pflastern auszuschleichen, bis man gänzlich entzieht. Leichte bis mittlere Racher, welche weniger als 20 Zigaretten am Tag rauchten, wird zur Entwöhnung die Anwendung von 15mg-Pflastern für 8 Wochen empfohlen und darauf folgend das Ausschleichen mit 10mg-Pflastern für 2 Wochen, bevor man gänzlich entzieht.
Pituri[]
Pituri (auch Mingkulpa) ist eine traditionelle stimulierende Kaudroge bei den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. Es besteht aus einer Mischung von den nicotinhaltigen Blättern von Duboisia hopwoodii oder australischer Nicotiana-Arten und der Asche von Acacia-, Grevillea- oder Eucalyptus-Arten. Die Asche dient dabai dazu, den pH-Wert zu senken, wodurch sich das Alkaloid Nicotin leichter aus den Blättern löst und beim Kauen über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.
Applikationswege[]
Nicotin wird meist inhalativ konsumiert, insbesondere durch Rauchen von Tabak-Produkten oder dem Dampfen von E-Liquids.
Weiterhin kann es nasal (z.B. als Snuff/Schnupftabak wie etwa Rapé, Nasenspray), buccal (z.B. Kautabak, Snus, Nicotinpouches, Nicotinkaugummies), transdermal (z.B. als Nicotin-Pflaster) und oral aufgenommen werden.
Dosierung[]
Bei inhalativen Applikationswegen findet in der Regel eine Dosierung nach Gefühl statt, d.h. es wird konsumiert bis das erwünschte Maß an Wirkung eingetreten ist.
Beim üblichen Rauchen oder Dampfen von Nicotinika kann die aufgenommene Dosis von Nicotin je nach Art und Weise der Inhalation stark schwanken. Es kann so etwa auch sein, dass ein Raucher nicotinarmer Zigaretten mit seiner Rauch-Technik deutlich mehr Nicotin aufnimmt, als ein Raucher nicotinreicher Zigaretten. Der Großteil des in Tabak enthaltenen Nicotins wird beim Rauchen verbrannt.
Wirkdosis[]
| Applikations- weg |
mittlere Dosis in mg |
|---|---|
| Inhalation | 0,6 - 1,5[1] |
| nasal | 0,8 - 1[2] |
| oral | 1 - 4[3] |
Letaldosis[]
Bei Überdosierung kann Nicotin durch seine Wirkung auf das Nervensystem tödlich sein, weshalb es oft als Nervengift bezeichnet wird. Allerdings sind solche Überdosierungen sehr selten und die Giftigkeit lediglich akut. Nicotin an sich schädigt das Nervensystem nicht dauerhaft, aber andere Nebenprodukte des Rauchens tun dies durchaus.
Wirkung[]
Die Wirkungs von Nicotin wird als biphasisch beschrieben, in geringen Dosierungen überwiegen vorwiegen stimuliernd und in höheren eher sedativ. Bei bestehender Nicotin-Abhängigkeit werdern die Symptome des Abstinenzsyndroms ausgeglichen.
Nicotin steigert die Aufmerksamkeit, verbessert die Konzentration und erhöht das Erinnerungsvermögen. Das Wohlbefinden wird gesteigert, unangenehme Gefühle wie Hunger und Schmerz unterdrückt, Muskeln entspannt.<
In hohen Dosierungen kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Zittern, kaltem Schweiß, Tachykardie und Krämpfen kommen. Eine Überdosis kann tödlich sein, ist aber bei den üblichen Konsum-Arten nahezu ausgeschlossen.
Risiken & Nebenwirkungen[]
Mit Nikotin werden zahlreiche schlechte Wirkungen auf die Gesundheit verbunden, allerdings lassen diese sich kaum vom Rauchen, dem am weitesten verbreiteten Applikationsweg für Nicotin, trennen.
Überdosierung[]
Eine Überdosierung von Nicotin kann leicht zu Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen etc. führen. Eine Überdosierung kann besonders dann auftreten, wenn man mit neuen Applikationswegen experimentiert oder wenn man längere Zeit Abstinent war und entsprechen keine Wirkstofftoleranz mehr aufweist.
Tödliche Überdosierungen mit Nicotin sind selten.
Schadstoffe[]
Tabak enthält von Natur aus Schadstoffe wie Blei, Cadmium oder Nitroseamine. Beim Rauchen entstehen zusätzlich eine Reihe von Verbrennungsprodukten, welche ebenfalls sehr schädlich sind. Besonders hohe Schadstoffbelastungen, können bei Nicotinika vom Schwarzmarkt auftreten, welche häufig zum Zweck der Umgehung der Tabak-Steuer verkauft werden.
Die Schadstoffbelastung beim dampfenden oder dem Konsum von Tabak-freien Nikotinika dürfte deutlich geringer ausfallen, ist aber nicht so gut erforscht.
chronische Schäden[]
Folgen fortgesetzten Tabak-Rauchens können chronische Bronchitis, Lungenemphysem, COPD, verschiedene Krebsarten, erhöhtes Schlaganfallrisiko, vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung sein.
Abhängigkeit[]
Nicotin kann eine starke psychische Abhängigkeit und milde körperliche Abhängigkeit verursachen. Bei vielen Rauchern ist bedingt durch die Abhängigkeit ein Pegelkonsum zu beobachten und das Vermeiden des einsetzenden Abstinenzsyndroms eine bedeutende Motivation zum Weiterkonsum.
Faktoren für das hohe psychische Abhängigkeitsrisiko sind:
- Nicotin erzeugt positive Gefühle (Euphorikum)
- Die Wirkung tritt sehr schnell nach dem inhalativen Konsum ein, weshalb eine enge Verbindung zwischen dem Konsum und positiven Gefühlen hergestellt wird. (Lerntheorie)
- Die Halbwertzeit von Nicotin beträgt nur etwa 2 Stunden, weshalb es zu häufigen Wiederholung der Konsumhandlung kommt. Durch beständige Wiederholung prägt sich das Verhalten noch fester ein. (Lerntheorie)
- Die Nicotin-Wirkung hat eine hohe Alltagstauglichkeit, Menschen können unter Nicotineinfluss arbeiten, Auto-fahren oder andere schwere Maschinen bedienen. Der öffentliche Nicotin-Konsum ist weitgehend toleriert.
- Gemeinsamer Nicotinkonsum ist häufig Anlass für weitergehende soziale Interaktion, etwa auf dem Raucherhof auf der Arbeit oder vor der Tür einer Bar. Die positiven Gefühle sozialer Interaktionen werden so mit dem Konsum verknüpft.
Wirkmechanismus[]
Acetylcholin, der endogene Neurotransmitter der Acetylcholin-Rezeptoren
Nicotin wirkt agonistisch auf den nicotinischen Acetylcholinrezeptor und bewirkt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin sowie der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin.
Pharmakokinetik[]
Cotinin
Nicotin gelangt bei der Inhalation schnell über die Lunge ins Blut und von über die Bluthirnschranke ins zentrale Nervensystem.
Die Plasmahalbwertszeit von Nicotin beträgt 1 bis 2 Stunden. Abgebaut wird Nicotin in der Leber zu Cotinin und Nicotin-N-Oxid. Etwa 10% des Nicotins werden direkt über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.
Polykonsum[]
Nicotin gilt als relativ Wechselwirkungsarm mit anderen Drogen.
| Nicotinikum | Droge | Namen | Beschreibung | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Subtyp | Nico. | Subtyp | Droge | ||
| nico. | Zigarette | Droge | Cooler | ||
| nico. | Nicotin | Xan. | Coffein | Nicotin halbiert die Halbwertzeit von Coffein und reduziert so langfristig dessen Wirkung. Dieser Effekt ist auch bei der Rauchentwöhnung zu beachten, da Coffein in dieser Situation deutlich länger als erwartet wirkt und deshalb zu einer gesteigerten Nervösität beitragen kann. | |
| nico. | Nicotin | Coc. | Crack | Coolie, Crimmie, Woolas | |
| nico. | Nicotin | Etha. | Ethanol | Nicotini | Ethanol verstärkt die Wirkung über Nicotin. Erzeugt hohen Blutdruck, erhöht das Krebsrisiko.[4] |
| nico. | Tabak | Can. | Cannabis | Joint, Spliff, Blunt, Jonko | Tabak dient oft als Streckmittel für Cannabis in Joints, beeinflusst allerdings durch seinen Nicotin-gehalt die Wirkung mit. |
| nico. | Nicotin | Disso. | PCP | Chipping, Fry Cigarette | |
| nico. | Nicotin | Menthol | Menthol ist ein häufiger Aromastoff in E-Liquids von E-Zigaretten. Die Bioverfügbarkeit des Nicotins steigt[5], die Zahl der Nicotin-Rezeptoren wird erhöht[6]. Die Nicotin-Abhängigkeit wird verstärkt.[7][8][9] | ||
| nico. | Tabak | Menthol | Mentholzigaretten | Menthol verringert Reizung und Schmerzempfindungen im Atemtrack, wodurch das rauchen angenehmer wird. Die Bioverfügbarkeit des Nicotins steigt[10], die Zahl der Nicotin-Rezeptoren wird erhöht[11]. Die Nicotin-Abhängigkeit wird verstärkt.[12][13][14] | |
| Nicotinikum | 2. Droge | 3. Droge | Namen | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Nicotin | Crack | PCP | Ozone | |
| Nicotin | Cannabis | PCP | Wet blunt, Dust Blunt, Dusted Blunt, Kendrick Lamar Blunt | |
| Nicotin | Cannabis | DXM | Candy blunt |
Nachweis[]
Zum Nachweis von Nicotin-Konsum wird auf das Vorhandensein des Metaboliten Cotinin in Blut und Urin getestet. Im Blut ist Cotinin meist bis zu 3 Tage, im Urin bis zu 4 Tage nachweisbar, bei starken Rauchern kann es aber z.T. bis zu 2 Wochen nachweisbar sein.
Ein solcher Nachweis kann etwa bei einer Organspende, insbesondere einer Lungentransplantation, relevant werden, weil aktive Raucher in einigen Fällen als Empfänger von Spenderorganen ausgeschlossen werden.
Andere Verwendungszwecke[]
Entwöhnungsmittel[]
Nicotin ist auch Bestandteil vieler Rauch-Entwöhnungsmittel, wie Nicotin-Pflaster oder -Kaugummis. Ziel hierbei ist es zunächst die Rauch-Gewohnheiten zu verlernen (Entwöhnung), bevor man das Nicotin absetzt(Entzug). Viele Menschen, welche vom Tabak-Rauchen zum Dampfen von Nicotin-Lösungen gewechselt haben, beschreiben auch eine Verringerung des Suchtverlangens, weshalb es als wahrscheinlich erscheint, dass die suchterzeugende Wirkung von Nicotin durch Begleitstoffe des Rauchens verstärkt wird.
Insektizid[]
Nicotin ist für viele Insekten giftiger als für Säugetiere und gehört deshalb zu den ältesten bekannten Insektiziden. Tabaksud ist deshalb bis heute ein gängiges Hausmittel bei der Behandlung von Insektenbefall von Zimmerpflanzen. Dies sollte aber nur angewendet werden bei Pflanzen, die nicht verzehrt oder anderswie konsumiert werden. Zum Teil wird auch generell von dieser Praxis abgeraten, weil daraus ein Vergiftungsrisiko entsteht.
Neonicotinoide, Insektizide welche als nicotinische Acetylcholin-Agonisten wirken, sind bis heute in der Landwirtschaft weltweit verbreitet.
Träger- und Streckmittel[]
Tabak wird für viele Rauchdrogen als Träger- bzw. Streckmittel verwendet. In Deutschland ist es üblich Joints mit einer Mische (Cannabis) aus Tabak und Marihuana oder Haschisch zu drehen. Diese Praxis wird z.T. kritisiert, da Nicotin als aktives Streckmittel die Wirkung von Cannabis beeinflusst. Alternativen zu Tabak sind etwa Damiana oder Knaster.
Gift[]
Nicotin wurde zuweilen als Gift verwendet. Insbesondere Tabaksud gilt in diesem Zusammenhang als gefährliche Zubereitung.
Natürliche Vorkommen[]
Tabak Blüte
Nicotin kommt vor allem in der Pflanzengattung Tabak (Nicotiana) aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) vor, wovon der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum) und der Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) die wirtschaftliche bedeutensten Arten sind. Neben Nicotin sind zum Teil die Stoffe Nornicotin und Anabasin enthalten.
Eine weitere bedeutdende nicotinreiche Pflanze ist Duboisia hopwoodii, Grundstoff für die Kaudroge Pituri. Weiterhin soll noch Asclepias syriaca relevante Mengen an Nicotin enthalten.
In Spuren lässt sich Nicotin auch in vielen anderen Nachtschattengewächsen finden, darunter auch in Lebensmittelpflanzen wie Auberginen, Kartoffeln, Paprika und Tomaten. Auch in der Gattung Erythroxylum (Coca-Sträucher) lässt es sich in Spuren finden.
Biologische Funktion[]
Nicotin dient vermutlich als Frassgift, welches Pflanzen davor schützen soll von Insekten oder auch Säugetieren gefressen zu werden.
Geschichte[]
Es ist benannt nach Jean Nicot, welcher Tabakpflanzen nach Europa einführte.
Trivia[]
- Helmut Schmidt, deutscher Bundeskanzler von 1974 bis 1982, war für seinen exzessiven Nicotin-Konsum bekannt.
- Jeanne Calment, welche mit 122 Jahren das höchste sicher belegte Lebensalter für einen Menschen erreichte, rauchte von 1896 bis 1994.
Verwandte Drogen[]
| Nicotinika | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Nicotin-Quelle Nicotinhaltige Pflanzen |
Zubereitung | Zusätzliche Inhaltsstoffe | |||
| Nicotiana Tabak |
Nicotiana tabacum Virginischer Tabak |
Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Drehtabak, Pfeifentabak, Schischatabak, Kautabak, Schnupftabak, Snus, Tabaksud | NNN | ||
| Nicotiana rustica Bauern-Tabak | |||||
| Rapé | |||||
| Duboisia hopwoodii | Pituri | ||||
| chemisches Nicotin | Nicotinbeutel, E-Liquid (E-Zigarette), Nicotin-Pflaster, Nicotin-Kaugummi | ||||
| Sonstiges | |||||
| Cholinergika | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wechselwirkung | Vertreter | Häufige Wirkstoffgruppe | |||||||||||||||||
| Acetylcholin-Agonist | Acetylcholin | Parasympathomimetika | |||||||||||||||||
| Muskarin-Agonist | Betelnuss, Muskarin | ||||||||||||||||||
| Nicotin-Agonist | Cytisin(Gemeiner Goldregen, Meskalbohne), Nicotin(Tabak, Pituri) | ||||||||||||||||||
| Acetylcholin-Antagonist Anticholinergika |
Coniin (Gefleckter Schierling), Diphenhydramin | Parasympatholytika, Delirantia, Antiemetika, Neurotoxine | |||||||||||||||||
| Muskarin-Antagonist | Atropin, Hyoscyamin(Delirante Nachtschattengewächse: Alraune, Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Schwarze Tollkirsche, Tollkraut), Piturin, Scopolamin, Tropicamid | ||||||||||||||||||
| Nicotin-Antagonist | Erythravin (Mulungu), Ibogain (Iboga) Strychnin (Curare, Ignatius-Brechnuss, Gewöhnliche Brechnuss), Tubocurarin, Toxiferin | ||||||||||||||||||
| Cholinesterasehemmer | Donepezil, Galantamin, Linarin (Echter Baldrian), Physostigmin, Rivastigmin, Tacrin, Thebain | Antidementiva | |||||||||||||||||
| Entheogene (Kategorie) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Entheogen | Quelle | Wirkungstoffgruppe | Wirkstoff | Region/Kultur | Religion |
| Ameisen | Paraponera clavata u.a. | Halluzinogen: Delirantium, Oneirogen | Poneratoxin | Amerika: Kalifornien, Satere-Mawe | |
| Arbol de los brujos Baum der Zauberer |
Latua pubiflora | Halluzinogen: Delirantium |
Hyoscyamin Scopolamin |
Amerika: Chile Mapuche |
Schamanismus |
| Ayahuasca | Banisteriopsis caapi Psychotria viridis Diplopterys cabrerana |
Halluzinogen: Psychedelikum | DMT, Harman-Alkaloide | Südamerika | Schamanismus Santo Daime União do Vegetal Plastikschamanismus |
| Becchete | Tabernaemontana undulata | Halluzinogen: Dissoziativum | Ibogain | Amerika: Amazonas Matis Matsés |
|
| Yaupon-Tee | Ilex vomitoria | Upper | Coffein | Amerika: Mississippi-Kultur Cahokia |
|
| Cacao | Theobroma cacao | Upper | Theobromin | Amerika: Olmeken Maya Azteken |
|
| Canna | Sceletium tortuosum | Downer: Sedativum | Mesembrin Mesembrenon Mesembrenol Tortuosamin |
Afrika: Khoikhoi |
|
| Cannabis: Marihuana Haschisch |
Cannabis sativa Cannabis ruderalis Cannabis indica |
Downer: Cannabinoid | THC | Jamaika Indien |
Rastafari Shivaismus |
| Changa | Peganum harmala Banisteriopsis caapi Psychotria viridis Diplopterys cabrerana |
Halluzinogen: Psychedelikum | DMT MAOIs |
Weltweit | |
| Coca-Blätter | Erythroxylum coca Erythroxylum novogranatense |
Upper | Cocain-Derivate | Südamerika: u.a. Moche, Inka | |
| Ebena | Virola elongata | Halluzinogen: Psychedelikum | DMT-Derivate | Südamerika: Yanomami / Waika | |
| Engelstrompete | Brugmansia |
Halluzinogen: Delirantium | Hyoscyamin Scopolamin |
Amerika: Anden Amazonas Chibcha |
|
| Fliegenpilz & Pantherpilz | Amanita muscaria Amanita pantherina |
Halluzinogen: Delirantium | Muscimol/Ibotensäure | Sibirien, Skandinavien | Schamanismus |
| Hexendroge | Delirante Nachtschattengewächse: Atropa belladonna Mandragora Datura Hyoscyamus |
Halluzinogen: Delirantium | Hyoscyamin, Scopolamin | Europa | angeblicher Hexenkult |
| Iboga | Tabernanthe iboga | Halluzinogen: Dissoziativum | Ibogain | Afrika: Gabun Kamerun Mitsogho Fang |
Bwiti-Kult (Synkretismus aus Christentum und traditionellen afrikanischen Religionen) |
| Jurema | Mimosa hostilis | Halluzinogen: Psychedelikum | DMT | Amerika: Brasilien |
O Culto da Jurema |
| Kambo | Phyllomedusa bicolor | Downer: Opioid | Deltorphin Deltorphin I Deltorphin II Dermorphin |
Amerika | Schamanismus, Plastikschamanismus |
| Kava-Kava | Piper methysticum | Downer | Kavain Methysticin |
Ozeaninen: Polynesien Vanuatu Melanesien Mikronesien Australien |
|
| Halluzinogene Kröten | Bufo alvarius Bufo marinus Bufo arenarum Bufo bufo Bufo viridis |
Halluzinogen: Psychedelikum | DMT-Derivate | Südamerika: Olmeken | |
| Kykeon | Unbekannt | Unbekannt | Unbekannt | Europa: Antikes Griechenland |
Mysterien von Eleusis |
| Labrador-Tee | Rhododendron tomentosum Rhododendron groenlandicum Rhododendron neoglandulosum |
Unbekannt | Unbekannt | Amerika: First Nations, Inuit | |
| Blauer Lotus | Nymphaea caerulea | Downer | Apomorphin Aporphin Nuciferin |
Afrika: Altes Ägypten |
|
| Afrikanisches Löwenohr | Leonotis Leonurus | Downer: Cannabinoid | Docosatetraenoylethanolamid | Afrika: Khoikhoi | |
| LSD | LSD | Halluzinogen: Psychedelikum | Weltweit | Hippie-Bewegung Ōmu Shinrikyō Manson-Family | |
| Matcha | Camellia sinensis | Upper | Coffein Theanin |
Asien: Japan |
Zen-Buddhismus |
| Mescalinhaltige Kakteen | Lophophora williamsii Echinopsis pachanoi Echinopsis peruviana Echinopsis lageniformis |
Halluzinogen: Psychedelikum | Mescalin | Amerika: u.a. Huichol, Lipan, Tonkawa, Mescalero, Nazca-Kultur, Chavín-Kultur, Cupisnique-Kultur | Schamanismus, Native American Church |
| Met | Honig | Downer | Ethanol | Europa Asien |
|
| Myrrhe | Commiphora myrrha Commiphora gileadensis |
Unbekannt | Unbekannt | Europa, Naher Osten | Abrahamitische Religionen |
| Nikte’ha’ | Nymphaea ampla | Downer Halluzinogen |
Apomorphin Nuciferin Nornuciferi |
Amerika: Maya |
|
| Orakel von Delphi | Unbekannt | Unbekannt | Unbekannt | Europa: Antikes Griechenland | Apollontempel von Delphi |
| Psilocybinhaltige Pilze Teonanàcatl |
Psilocybe Psilocybe cubensis Psilocybe semilanceata Psilocybe hispanica |
Halluzinogen: Psychedelikum | Psilocybin | Amerika: Azteken, Nahua, Mixteken, Mixe, Mazateken, Zapoteken Afrika: Sahara (prähistorisch) |
|
| Rapé Mapacho |
Nicotiana rustica | Upper | Nicotin | Amerika | Schamanismus Plastikschamanismus |
| Tabak | Nicotiana tabacum | Upper | Nicotin | Amerika | |
| Teufelstabak | Lobelia tupa | Unbekannt | Lobelin | Amerika: Chile Mapuche |
|
| Aztekensalbei | Salvia divinorum | Halluzinogen: Dissoziativum | Salvinorin A | Amerika: Mazateken | |
| Sanango | Tabernaemontana sananho | Unbekannt | Coronaridin 3-Hydroxycoronaridin (-)-Heyneanin (-)-Ibogamin Voacangin |
Amerika: Peru |
|
| Sinicuichi | Heimia salicifolia | Unbekannt | Unbekannt | Amerika: Azteken Maya |
|
| Soma / Haoma | Unbekannt | Unbekannt | Unbekannt | Asien: Altes Indien Alter Iran |
Rigveda (Hinduismus) Zoroastrismus |
| Steppenraute | Peganum harmala | Asien: Naher Osten, Iran | |||
| Talgmuskatnussbaum | Virola sebifera | Halluzinogen: Psychedelikum | DMT 5-MeO-DMT |
Amerika: Venezuela | |
| Afrikanisches Traumkraut | Entada rheedei | Oneirogen | Unbekannt | Afrika, Indien, Australien | |
| Aztekisches Traumkraut | Calea ternifolia | Downer, Oneirogen | Unbekannt | Amerika: Mexiko Chontal |
|
| Afrikanische Traumwurzel | Silene undulata | Oneirogen | Unbekannt | Afrika: Xhosa | |
| Vilca | Anadenanthera colubrina | Halluzinogen: Psychedelikum | DMT-Derivate: Bufotenin | Amerika: Tiwanaku Wichi |
Schamanismus |
| Weihrauch | Boswellia Boswellia papyrifera |
Unbekannt | Unbekannt | Europa, Naher Osten | Abrahamitische Religionen |
| Wein | Vitis vinifera | Downer: Euphorikum | Ethanol | Europa | Christentum |
| Erginhaltige Winden Ololiuqui Tlitliltzin |
Ipomoea purpurea Ipomoea tricolor Ipomoea violacea Rivea corymbosa |
Halluzinogen: Psychedelikum | Ergin | Amerika: Mazateken Zapoteken Azteken Maya |
Schamanismus |
| Yopo | Anadenanthera peregrina | Halluzinogen: Psychedelikum |
DMT 5-MeO-DMT Bufotenin MAOIs: 2,9-Dimethyltryptolin und 2-Methyltryptolin |
Amerika: Amazonas-Becken |
Schamanismus |
| Pituri | Duboisia hopwoodii Nicotiana |
Stimulans | Nicotin | Australien: Aborigines |
|
Referenzen[]
- ↑ Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
- ↑ Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
- ↑ Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
- ↑ https://sidekicks.berlin/alkohol/
- ↑ https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4553648/
- ↑ https://www.jneurosci.org/content/36/10/2957
- ↑ https://doi.org/10.1093/ntr/ntq203
- ↑ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25566005/
- ↑ https://link.springer.com/article/10.1007/s00213-016-4391-x
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