Drogen Wiki
Chemische Struktur von Nicotin

Chemische Struktur von Nicotin

reines Nicotin in Glasampulen

reines Nicotin in Glasampulen

Nicotin (auch Nikotin) ist ein legaler Wirkstoff mit sedativen und stimulierenden Wirkungen, der eine hohe Alltagstauglichkeit besitzt und als eines der stärksten Addiktiva gilt.

Als Hauptwirkstoff der Tabak-Pflanze gehört Nicotin zu den Volksdrogen. Das Tabak-Rauchen gilt als eine der Hauptursachen für diverse Gesundheitsprobleme.

Konsum[]

Darreichungsform[]

Tabak-Zubereitungen[]

Die verbreitetsten Darreichungsformen von Nicotin sind Zubereitungen aus den Blättern der Tabak-Pflanzen, insbesondere Nicotiana tabacum ("Virginischer Tabak") und Nicotiana rustica ("Bauern-Tabak", "Rapé"). Die Blätter werden hierbei meist fermentiert, getrocknet und zerkleinert um sie auf die jeweilige Applikationsweise vorzubereiten.

Tabak enthält von Natur aus krebserregende Nitrosamine, wie N-Nitrosonornicotin (NNN), und kann sich über den Boden mit Blei und Cadmium anreichern, weshalb bei allen Konsumformen von Tabak von einer erhöhten Gesundheitsbelastung auszugehen ist.

Rauch- und Dampf-Zubereitungen[]
Rauchtabak

Rauchtabak sind Tabakzubereitungen für das Rauchen, welche z.T. aber auch für das dampfen mittels Tabakerhitzern oder Vaporizern genutzt werden. Unterformen von Rauchtabak sind etwa Pfeifentabak (für den Konsum in Pfeifen), Schischatabak (für den Konsum in Wasserpfeifen) oder Drehtabak (zum selberdrehen von Zigaretten). Weiterhin wird Rauchtabak oft schon zu Zigaretten, Zigarillos oder Zigarren weiterverarbeitet angeboten.

Tabaksticks

Tabaksticks sind Zigaretten-ähnliche Tabakzubereitungen, die für das Einsetzen in Tabakerhitzern zugeschnitten sind.

Rauchfreier Tabak[]
Schnupftabak / Snuff

Schnupftabak oder Snuff sind pulverisierter, aromatisierter Tabaksorten, welche für den nasalen Applikationsweg genutzt werden.

Kau-Tabak

Kau-Tabak ist für den Geschmack in aromatisierende Soßen eingelegter loser Tabak, der oral, sublingual bzw. buccal konsumiertert wird. Er wird hierfür meist entweder gekaut oder zwischen Lippen bzw. Backen und Zahnfleisch gelegt, wodurch das Nicotin über die Munschleimhaut aufgenommen wird. Im amerikanischen Raum ist Kau-Tabak z.T. als Smokeless Tobacco bekannt. Nach Gebrauch entledigt man sich des Kau-Tabaks üblicherweise in einem Spucknapf.

Snus

Snus bezeichnet eine Variante von Kau-Tabak, bei der der Tabak in durchlässigen Beuteln in den Mund gelegt wird, wodurch er leichter zu händeln ist. Z.T. werden als White Snus auch gänzlich tabakfreie Nicotinbeutel angeboten.

Tabaksud

Tabaksud ist ein Heißwasseraufguss mit Tabak, bei dem das Nicotin sich im Wasser löst. Dies wird oft als ein Hausmittel gegen Insektenbefall von Zimmerpflanzen verwendet. Der Umgang mit Tabaksud zum Konsum gilt als gefährlich, da es leicht zu Vergiftungen kommen kann.


Tabak-freie Zubereitungen[]

Dampf-Zubereitungen[]
E-Liquids

E-Liquids sind Lösungen welche für das verdampfen in sogenannten E-Zigartetten bzw. Vapes bestimmt sind. Viele davon enthalten Nicotin als Wirkstoff in unterschiedlichen Dosierungen, Aromastoffe und eine Basissubstanz zum verdampfen ("Base", i.d.R. Propylenglykol und Glyzerin).

Einweg-Vapes sind für den einmaligen Konsum einer bereits vorgefüllten Menge E-Liquids bestimmte Wergwerfprodukte. E-Shishas sind Bauformen von Vapes, welche durch den Luftzug aktiviert und gesteuert werden, also nicht über eine "Feuer-Knopf" verfügen.

Bukkale Zubereitungen[]
Tabak-freien Nicotinbeutel

Nicotin-Beutel, Nicotin-Kissen oder Nicotine-Pouches werden bukkal oder sublingual angewendet.

Sie sind insbesondere in Schweden verbreitet und werden dort und in anderen Ländern mit unterschiedlichen Aromastoffen und Nicotin-Gehalten (ca. 4 bis 20 mg/Beutel) für den Genusskonsum angeboten. In Deutschland sind sie nicht für den Handel zugelassen, können aber über das Internet bestellt werden.

Nicotin-Spray

Nicotin-Sprays dienen meist dem bukkalem Nicotin-Konsum, d.h. werden auf die Mundschleimhaut gesprüht. Sie werden üblicherweise als Rauch-Entwöhnungsmittel vermarktet und enthalten meist 1mg Nicotin pro Sprühstoß.

Nicotin-Kaugummies

Nicotin-Kaugummies dienen dem bukkalem Nicotin-Konsum und werden als Mittel zur Rauchentwöhnung vermarktet. Nicorette-Kaugummis werden mit 2mg bzw 4mg Nicotin pro Kaugummie verkauft.

Nicotin-Lutschtabletten

Nicotin-Lutschtabletten dienen dem bukkalem Nicotin-Konsum. Sie werden üblicherweise als Rauch-Entwöhnungsmittel vermarktet. Nicorette-Lutschtabletten werden mit einem Nicotingehalt von 2 mg bzw. 4 mg Nicotin pro Tablette verkauft.

transdermale Zubereitungen[]
Nicotin-Pflaster

Nicotin-Pflaster dienen dem transdermalen Nicotin-Konsum. Sie werden als Entwöhnungsmittel für das Tabak-Rauchen verkauft und sind als solches Apothekenpflichtig, aber verschreibungsfrei.

Nicorette-Pflaster werden mit Wirkstoffgehalten von 25mg, 15mg und 10mg und einer avisierten Wirkdauer von 16 Stunden verkauft, wobei sie morgens nach dem Aufstehen auf die Haut geklebt und vor dem Schlafen gehen abgenommen werden. Für mittlere bis starke Raucher, welche mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchten, wird zur Entwöhnung empfohlen zunächst 8 Wochen je ein 25mg-Pflaster täglich zu verwenden und dann jeweils für 2 Wochen zunächst mit den 15mg-Pflastern und letztendlich mit den 10mg-Pflastern auszuschleichen, bis man gänzlich entzieht. Leichte bis mittlere Racher, welche weniger als 20 Zigaretten am Tag rauchten, wird zur Entwöhnung die Anwendung von 15mg-Pflastern für 8 Wochen empfohlen und darauf folgend das Ausschleichen mit 10mg-Pflastern für 2 Wochen, bevor man gänzlich entzieht.

Pituri[]

Pituri (auch Mingkulpa) ist eine traditionelle stimulierende Kaudroge bei den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. Es besteht aus einer Mischung von den nicotinhaltigen Blättern von Duboisia hopwoodii oder australischer Nicotiana-Arten und der Asche von Acacia-, Grevillea- oder Eucalyptus-Arten. Die Asche dient dabai dazu, den pH-Wert zu senken, wodurch sich das Alkaloid Nicotin leichter aus den Blättern löst und beim Kauen über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.


Applikationswege[]

Nicotin wird meist inhalativ konsumiert, insbesondere durch Rauchen von Tabak-Produkten oder dem Dampfen von E-Liquids.

Weiterhin kann es nasal (z.B. als Snuff/Schnupftabak wie etwa Rapé, Nasenspray), buccal (z.B. Kautabak, Snus, Nicotinpouches, Nicotinkaugummies), transdermal (z.B. als Nicotin-Pflaster) und oral aufgenommen werden.

Dosierung[]

Bei inhalativen Applikationswegen findet in der Regel eine Dosierung nach Gefühl statt, d.h. es wird konsumiert bis das erwünschte Maß an Wirkung eingetreten ist.

Beim üblichen Rauchen oder Dampfen von Nicotinika kann die aufgenommene Dosis von Nicotin je nach Art und Weise der Inhalation stark schwanken. Es kann so etwa auch sein, dass ein Raucher nicotinarmer Zigaretten mit seiner Rauch-Technik deutlich mehr Nicotin aufnimmt, als ein Raucher nicotinreicher Zigaretten. Der Großteil des in Tabak enthaltenen Nicotins wird beim Rauchen verbrannt.

Wirkdosis[]

Nicotin-Dosierungen
Applikations-
weg
mittlere Dosis
in mg
Inhalation 0,6 - 1,5[1]
nasal 0,8 - 1[2]
oral 1 - 4[3]

Letaldosis[]

Bei Überdosierung kann Nicotin durch seine Wirkung auf das Nervensystem tödlich sein, weshalb es oft als Nervengift bezeichnet wird. Allerdings sind solche Überdosierungen sehr selten und die Giftigkeit lediglich akut. Nicotin an sich schädigt das Nervensystem nicht dauerhaft, aber andere Nebenprodukte des Rauchens tun dies durchaus.


Wirkung[]

Die Wirkungs von Nicotin wird als biphasisch beschrieben, in geringen Dosierungen überwiegen vorwiegen stimuliernd und in höheren eher sedativ. Bei bestehender Nicotin-Abhängigkeit werdern die Symptome des Abstinenzsyndroms ausgeglichen.

Nicotin steigert die Aufmerksamkeit, verbessert die Konzentration und erhöht das Erinnerungsvermögen. Das Wohlbefinden wird gesteigert, unangenehme Gefühle wie Hunger und Schmerz unterdrückt, Muskeln entspannt.<

In hohen Dosierungen kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Zittern, kaltem Schweiß, Tachykardie und Krämpfen kommen. Eine Überdosis kann tödlich sein, ist aber bei den üblichen Konsum-Arten nahezu ausgeschlossen.


Risiken & Nebenwirkungen[]

Mit Nikotin werden zahlreiche schlechte Wirkungen auf die Gesundheit verbunden, allerdings lassen diese sich kaum vom Rauchen, dem am weitesten verbreiteten Applikationsweg für Nicotin, trennen.

Überdosierung[]

Eine Überdosierung von Nicotin kann leicht zu Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen etc. führen. Eine Überdosierung kann besonders dann auftreten, wenn man mit neuen Applikationswegen experimentiert oder wenn man längere Zeit Abstinent war und entsprechen keine Wirkstofftoleranz mehr aufweist.

Tödliche Überdosierungen mit Nicotin sind selten.

Schadstoffe[]

Tabak enthält von Natur aus Schadstoffe wie Blei, Cadmium oder Nitroseamine. Beim Rauchen entstehen zusätzlich eine Reihe von Verbrennungsprodukten, welche ebenfalls sehr schädlich sind. Besonders hohe Schadstoffbelastungen, können bei Nicotinika vom Schwarzmarkt auftreten, welche häufig zum Zweck der Umgehung der Tabak-Steuer verkauft werden.

Die Schadstoffbelastung beim dampfenden oder dem Konsum von Tabak-freien Nikotinika dürfte deutlich geringer ausfallen, ist aber nicht so gut erforscht.

chronische Schäden[]

Folgen fortgesetzten Tabak-Rauchens können chronische Bronchitis, Lungenemphysem, COPD, verschiedene Krebsarten, erhöhtes Schlaganfallrisiko, vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung sein.

Abhängigkeit[]

Nicotin kann eine starke psychische Abhängigkeit und milde körperliche Abhängigkeit verursachen. Bei vielen Rauchern ist bedingt durch die Abhängigkeit ein Pegelkonsum zu beobachten und das Vermeiden des einsetzenden Abstinenzsyndroms eine bedeutende Motivation zum Weiterkonsum.

Faktoren für das hohe psychische Abhängigkeitsrisiko sind:

  • Nicotin erzeugt positive Gefühle (Euphorikum)
  • Die Wirkung tritt sehr schnell nach dem inhalativen Konsum ein, weshalb eine enge Verbindung zwischen dem Konsum und positiven Gefühlen hergestellt wird. (Lerntheorie)
  • Die Halbwertzeit von Nicotin beträgt nur etwa 2 Stunden, weshalb es zu häufigen Wiederholung der Konsumhandlung kommt. Durch beständige Wiederholung prägt sich das Verhalten noch fester ein. (Lerntheorie)
  • Die Nicotin-Wirkung hat eine hohe Alltagstauglichkeit, Menschen können unter Nicotineinfluss arbeiten, Auto-fahren oder andere schwere Maschinen bedienen. Der öffentliche Nicotin-Konsum ist weitgehend toleriert.
  • Gemeinsamer Nicotinkonsum ist häufig Anlass für weitergehende soziale Interaktion, etwa auf dem Raucherhof auf der Arbeit oder vor der Tür einer Bar. Die positiven Gefühle sozialer Interaktionen werden so mit dem Konsum verknüpft.




Wirkmechanismus[]

Acetylcholin, der endogene Neurotransmitter der Acetylcholin-Rezeptoren

Acetylcholin, der endogene Neurotransmitter der Acetylcholin-Rezeptoren

Nicotin wirkt agonistisch auf den nicotinischen Acetylcholinrezeptor und bewirkt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin sowie der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin.

Pharmakokinetik[]

Cotinin

Cotinin

Nicotin gelangt bei der Inhalation schnell über die Lunge ins Blut und von über die Bluthirnschranke ins zentrale Nervensystem.

Die Plasmahalbwertszeit von Nicotin beträgt 1 bis 2 Stunden. Abgebaut wird Nicotin in der Leber zu Cotinin und Nicotin-N-Oxid. Etwa 10% des Nicotins werden direkt über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Polykonsum[]

Nicotin gilt als relativ Wechselwirkungsarm mit anderen Drogen.

Nicotinikum Droge Namen Beschreibung
Subtyp Nico. Subtyp Droge
nico. Zigarette Droge Cooler
nico. Nicotin Xan. Coffein Nicotin halbiert die Halbwertzeit von Coffein und reduziert so langfristig dessen Wirkung. Dieser Effekt ist auch bei der Rauchentwöhnung zu beachten, da Coffein in dieser Situation deutlich länger als erwartet wirkt und deshalb zu einer gesteigerten Nervösität beitragen kann.
nico. Nicotin Coc. Crack Coolie, Crimmie, Woolas
nico. Nicotin Etha. Ethanol Nicotini Ethanol verstärkt die Wirkung über Nicotin. Erzeugt hohen Blutdruck, erhöht das Krebsrisiko.[4]
nico. Tabak Can. Cannabis Joint, Spliff, Blunt, Jonko Tabak dient oft als Streckmittel für Cannabis in Joints, beeinflusst allerdings durch seinen Nicotin-gehalt die Wirkung mit.
nico. Nicotin Disso. PCP Chipping, Fry Cigarette
nico. Nicotin Menthol Menthol ist ein häufiger Aromastoff in E-Liquids von E-Zigaretten. Die Bioverfügbarkeit des Nicotins steigt[5], die Zahl der Nicotin-Rezeptoren wird erhöht[6]. Die Nicotin-Abhängigkeit wird verstärkt.[7][8][9]
nico. Tabak Menthol Mentholzigaretten Menthol verringert Reizung und Schmerzempfindungen im Atemtrack, wodurch das rauchen angenehmer wird. Die Bioverfügbarkeit des Nicotins steigt[10], die Zahl der Nicotin-Rezeptoren wird erhöht[11]. Die Nicotin-Abhängigkeit wird verstärkt.[12][13][14]
Dreier-Kombinationen
Nicotinikum 2. Droge 3. Droge Namen Beschreibung
Nicotin Crack PCP Ozone
Nicotin Cannabis PCP Wet blunt, Dust Blunt, Dusted Blunt, Kendrick Lamar Blunt
Nicotin Cannabis DXM Candy blunt

Nachweis[]

Zum Nachweis von Nicotin-Konsum wird auf das Vorhandensein des Metaboliten Cotinin in Blut und Urin getestet. Im Blut ist Cotinin meist bis zu 3 Tage, im Urin bis zu 4 Tage nachweisbar, bei starken Rauchern kann es aber z.T. bis zu 2 Wochen nachweisbar sein.

Ein solcher Nachweis kann etwa bei einer Organspende, insbesondere einer Lungentransplantation, relevant werden, weil aktive Raucher in einigen Fällen als Empfänger von Spenderorganen ausgeschlossen werden.

Andere Verwendungszwecke[]

Entwöhnungsmittel[]

Nicotin ist auch Bestandteil vieler Rauch-Entwöhnungsmittel, wie Nicotin-Pflaster oder -Kaugummis. Ziel hierbei ist es zunächst die Rauch-Gewohnheiten zu verlernen (Entwöhnung), bevor man das Nicotin absetzt(Entzug). Viele Menschen, welche vom Tabak-Rauchen zum Dampfen von Nicotin-Lösungen gewechselt haben, beschreiben auch eine Verringerung des Suchtverlangens, weshalb es als wahrscheinlich erscheint, dass die suchterzeugende Wirkung von Nicotin durch Begleitstoffe des Rauchens verstärkt wird.

Insektizid[]

Nicotin ist für viele Insekten giftiger als für Säugetiere und gehört deshalb zu den ältesten bekannten Insektiziden. Tabaksud ist deshalb bis heute ein gängiges Hausmittel bei der Behandlung von Insektenbefall von Zimmerpflanzen. Dies sollte aber nur angewendet werden bei Pflanzen, die nicht verzehrt oder anderswie konsumiert werden. Zum Teil wird auch generell von dieser Praxis abgeraten, weil daraus ein Vergiftungsrisiko entsteht.

Neonicotinoide, Insektizide welche als nicotinische Acetylcholin-Agonisten wirken, sind bis heute in der Landwirtschaft weltweit verbreitet.

Träger- und Streckmittel[]

Tabak wird für viele Rauchdrogen als Träger- bzw. Streckmittel verwendet. In Deutschland ist es üblich Joints mit einer Mische (Cannabis) aus Tabak und Marihuana oder Haschisch zu drehen. Diese Praxis wird z.T. kritisiert, da Nicotin als aktives Streckmittel die Wirkung von Cannabis beeinflusst. Alternativen zu Tabak sind etwa Damiana oder Knaster.

Gift[]

Nicotin wurde zuweilen als Gift verwendet. Insbesondere Tabaksud gilt in diesem Zusammenhang als gefährliche Zubereitung.


Natürliche Vorkommen[]

Tabak Blüte

Tabak Blüte

Nicotin kommt vor allem in der Pflanzengattung Tabak (Nicotiana) aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) vor, wovon der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum) und der Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) die wirtschaftliche bedeutensten Arten sind. Neben Nicotin sind zum Teil die Stoffe Nornicotin und Anabasin enthalten.

Eine weitere bedeutdende nicotinreiche Pflanze ist Duboisia hopwoodii, Grundstoff für die Kaudroge Pituri. Weiterhin soll noch Asclepias syriaca relevante Mengen an Nicotin enthalten.

In Spuren lässt sich Nicotin auch in vielen anderen Nachtschattengewächsen finden, darunter auch in Lebensmittelpflanzen wie Auberginen, Kartoffeln, Paprika und Tomaten. Auch in der Gattung Erythroxylum (Coca-Sträucher) lässt es sich in Spuren finden.

Biologische Funktion[]

Nicotin dient vermutlich als Frassgift, welches Pflanzen davor schützen soll von Insekten oder auch Säugetieren gefressen zu werden.

Geschichte[]

Es ist benannt nach Jean Nicot, welcher Tabakpflanzen nach Europa einführte.


Trivia[]

  • Helmut Schmidt, deutscher Bundeskanzler von 1974 bis 1982, war für seinen exzessiven Nicotin-Konsum bekannt.
  • Jeanne Calment, welche mit 122 Jahren das höchste sicher belegte Lebensalter für einen Menschen erreichte, rauchte von 1896 bis 1994.

Verwandte Drogen[]

Nicotinika
Nicotin-Quelle
Nicotinhaltige Pflanzen
Zubereitung Zusätzliche Inhaltsstoffe
Nicotiana
Tabak
Nicotiana tabacum
Virginischer Tabak
Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Drehtabak, Pfeifentabak, Schischatabak, Kautabak, Schnupftabak, Snus, Tabaksud NNN
Nicotiana rustica
Bauern-Tabak
Rapé
Duboisia hopwoodii Pituri
chemisches Nicotin Nicotinbeutel, E-Liquid (E-Zigarette), Nicotin-Pflaster, Nicotin-Kaugummi
Sonstiges
Stimulanzien
Vertreter
Biogen Pflanzen Rosmarinus officinalis
Arecolin
Guvacolin
Areca catechu
Cocain Erythroxylum coca
novogranatense
Coffein
Theobromin
(Coffeinhaltige Pflanzen)
Camellia sinensis
Paullinia cupana
Theobroma cacao
Coffea arabica
canephora
excelsa
liberica
Cola acuminata
nitida
Ilex paraguayensis
vomitoria
guayusa
Ephedrin Ephedra distachya
equisetina
Sida cordifolia
Cathin
Cathinon
Catha edulis
Nicotin Nicotiana rustica
tabacum
Duboisia hopwoodii
Cytisin Laburnum anagyroides
Genista germanica
Calia secundiflora
Cytisus canariensis
Styphnolobium japonicum
Strychnin Strychnos nux-vomica
ignatii
Zubereitungen Betel, Crack, Badesalz
Nicotin Tabak, Zigarette, Zigarillo, Zigarre, Kautabak, Schnupftabak, E-Liquid/E-Zigarette, Nicotin-Pflaster, Nicotin-Kaugummis, Pituri
Coffein
Theobromin
Schokolade, Kaffee (Espresso Tonic), Tee (Grüner Tee, Schwarzer Tee, Matcha), Energy-Drink, Cola-Getränk (Coca-Cola, fritz-kola), Mate (Club-Mate, Mio Mio Mate), Yaupon-Tee
Amphetamine Speed, Ecstasy, Captagon (Medikamentenfälschung), Pinkes Pulver
Wirkstoffe Arsenik, Atomoxetin, Cocain, Modafinil, Armodafinil, Adrafinil, Mazindol, Mesocarb, Phthalimidopropiophenon, 1-Benzylpiperazin(BZP), Methylendioxybenzylpiperazin, Meta-Chlorphenylpiperazin, Trifluormethylphenylpiperazin
Noradrenalin-Ausschütter Phenethylamine
Synephrin, Pemolin, 2C-B
Amphetamine
Amphetamin, Amphetaminil, Dextroamphetamin, 2,4-DMA, Ephedrin, Fenetyllin, Lisdexamfetamin, Methamphetamin, Methylphenidat, MDA, MDE, MDMA, Pseudoephedrin, 2-FA, 4-FA, 3-FMA, Desoxypipradrol, Phentermin, Sibutramin, Phenylpropanolamin, 4-CA, Cathin(Kath)
Cathinone
Cathinon(Kath), Mephedron(4‑MMC), Metaphedron(3‑MMC), Ortomephedron(2‑MMC), Clephedron(4‑CMC), Clophedron, (3‑CMC), 2-CMC, Methylon, MDPV, 4-BEC, Flakka (α‑PVP)
Adenosin-Antagonist Xanthine
Coffein, Theobromin, Theophyllin, Paraxanthin, IBMX, Fenetyllin
Nicotin-Agonist Nicotin (Tabak), Cytisin (Goldregen)
Glycin-Antagonist Strychnin, Thebain
Wissen und Kultur
Wirkungen Wachheit, Euphorie, emotionale Verbundenheit (bei Entaktogenen), Agitation
Risiken Unruhe, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit(Anorektika), gestörter Wasserhaushalt(unterdrücktes Durstgefühl, Schwitzen), Tachykardie, Drogenpsychose, Abhängigkeit
Safer Use Pillenwarnungen
Tripberichte
Nebenwirkungen (MDPV-Tripbericht), Horrortrip, brauche Antworten.
Polykonsum mit
Uppern Captagon (Medikamentenfälschung)
Downern GABAnergika Vin Mariani
Opioiden Speedball, Leaveball
Cannabinoiden
Halluzinogenen Psychedelika Candyflip, Hippieflip
Dissoziativa Pinkes Pulver
Delirantia
Sonstigen Substanzen
Cholinergika
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Acetylcholin-Agonist Acetylcholin Parasympathomimetika
Muskarin-Agonist Betelnuss, Muskarin
Nicotin-Agonist Cytisin(Gemeiner Goldregen, Meskalbohne), Nicotin(Tabak, Pituri)
Acetylcholin-Antagonist
Anticholinergika
Coniin (Gefleckter Schierling), Diphenhydramin Parasympatholytika, Delirantia, Antiemetika, Neurotoxine
Muskarin-Antagonist Atropin, Hyoscyamin(Delirante Nachtschattengewächse: Alraune, Bilsenkraut, Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche, Schwarze Tollkirsche, Tollkraut), Piturin, Scopolamin, Tropicamid
Nicotin-Antagonist Erythravin (Mulungu), Ibogain (Iboga) Strychnin (Curare, Ignatius-Brechnuss, Gewöhnliche Brechnuss), Tubocurarin, Toxiferin
Cholinesterasehemmer Donepezil, Galantamin, Linarin (Echter Baldrian), Physostigmin, Rivastigmin, Tacrin, Thebain Antidementiva
Entheogene (Kategorie)
Entheogen Quelle Wirkungstoffgruppe Wirkstoff Region/Kultur Religion
Ameisen Paraponera clavata u.a. Halluzinogen: Delirantium, Oneirogen Poneratoxin Amerika: Kalifornien, Satere-Mawe
Arbol de los brujos
Baum der Zauberer
Latua pubiflora Halluzinogen:
Delirantium
Hyoscyamin
Scopolamin
Amerika:
Chile
Mapuche
Schamanismus
Ayahuasca Banisteriopsis caapi
Psychotria viridis
Diplopterys cabrerana
Halluzinogen: Psychedelikum DMT, Harman-Alkaloide Südamerika Schamanismus
Santo Daime
União do Vegetal
Plastikschamanismus
Becchete Tabernaemontana undulata Halluzinogen: Dissoziativum Ibogain Amerika: Amazonas
Matis
Matsés
Yaupon-Tee Ilex vomitoria Upper Coffein Amerika:
Mississippi-Kultur
Cahokia
Cacao Theobroma cacao Upper Theobromin Amerika:
Olmeken
Maya
Azteken
Canna Sceletium tortuosum Downer: Sedativum Mesembrin
Mesembrenon
Mesembrenol
Tortuosamin
Afrika:
Khoikhoi
Cannabis:
Marihuana
Haschisch
Cannabis sativa
Cannabis ruderalis
Cannabis indica
Downer: Cannabinoid THC Jamaika
Indien
Rastafari
Shivaismus
Changa Peganum harmala
Banisteriopsis caapi
Psychotria viridis
Diplopterys cabrerana
Halluzinogen: Psychedelikum DMT
MAOIs
Weltweit
Coca-Blätter Erythroxylum coca
Erythroxylum novogranatense
Upper Cocain-Derivate Südamerika: u.a. Moche, Inka
Ebena Virola elongata Halluzinogen: Psychedelikum DMT-Derivate Südamerika: Yanomami / Waika
Engelstrompete Brugmansia
Halluzinogen: Delirantium Hyoscyamin
Scopolamin
Amerika:
Anden
Amazonas
Chibcha
Fliegenpilz & Pantherpilz Amanita muscaria
Amanita pantherina
Halluzinogen: Delirantium Muscimol/Ibotensäure Sibirien, Skandinavien Schamanismus
Hexendroge De­li­rante Nachtschattengewächse: Atropa belladonna
Mandragora
Datura
Hyoscyamus
Halluzinogen: Delirantium Hyoscyamin, Scopolamin Europa angeblicher Hexenkult
Iboga Tabernanthe iboga Halluzinogen: Dissoziativum Ibogain Afrika:
Gabun
Kamerun
Mitsogho
Fang
Bwiti-Kult (Synkretismus aus Christentum und traditionellen afrikanischen Religionen)
Jurema Mimosa hostilis Halluzinogen: Psychedelikum DMT Amerika:
Brasilien
O Culto da Jurema
Kambo Phyllomedusa bicolor Downer: Opioid Deltorphin
Deltorphin I
Deltorphin II
Dermorphin
Amerika Schamanismus, Plastikschamanismus
Kava-Kava Piper methysticum Downer Kavain
Methysticin
Ozeaninen:
Polynesien
Vanuatu
Melanesien
Mikronesien
Australien
Halluzinogene Kröten Bufo alvarius
Bufo marinus
Bufo arenarum
Bufo bufo
Bufo viridis
Halluzinogen: Psychedelikum DMT-Derivate Südamerika: Olmeken
Kykeon Unbekannt Unbekannt Unbekannt Europa:
Antikes Griechenland
Mysterien von Eleusis
Labrador-Tee Rhododendron tomentosum
Rhododendron groenlandicum
Rhododendron neoglandulosum
Unbekannt Unbekannt Amerika: First Nations, Inuit
Blauer Lotus Nymphaea caerulea Downer Apomorphin
Aporphin
Nuciferin
Afrika:
Altes Ägypten
Afrikanisches Löwenohr Leonotis Leonurus Downer: Cannabinoid Docosatetraenoylethanolamid Afrika: Khoikhoi
LSD LSD Halluzinogen: Psychedelikum Weltweit Hippie-Bewegung
Ōmu Shinrikyō
Manson-Family
Matcha Camellia sinensis Upper Coffein
Theanin
Asien:
Japan
Zen-Buddhismus
Mescalinhaltige Kakteen Lophophora williamsii
Echinopsis pachanoi
Echinopsis peruviana
Echinopsis lageniformis
Halluzinogen: Psychedelikum Mescalin Amerika: u.a. Huichol, Lipan, Tonkawa, Mescalero, Nazca-Kultur, Chavín-Kultur, Cupisnique-Kultur Schamanismus, Native American Church
Met Honig Downer Ethanol Europa
Asien
Myrrhe Commiphora myrrha
Commiphora gileadensis
Unbekannt Unbekannt Europa, Naher Osten Abrahamitische Religionen
Nikte’ha’ Nymphaea ampla Downer
Halluzinogen
Apomorphin
Nuciferin
Nornuciferi
Amerika:
Maya
Orakel von Delphi Unbekannt Unbekannt Unbekannt Europa: Antikes Griechenland Apollontempel von Delphi
Psilocybinhaltige Pilze
Teonanàcatl
Psilocybe
Psilocybe cubensis
Psilocybe semilanceata
Psilocybe hispanica
Halluzinogen: Psychedelikum Psilocybin Amerika: Azteken, Nahua, Mixteken, Mixe, Mazateken, Zapoteken
Afrika: Sahara (prähistorisch)
Rapé
Mapacho
Nicotiana rustica Upper Nicotin Amerika Schamanismus
Plastikschamanismus
Tabak Nicotiana tabacum Upper Nicotin Amerika
Teufelstabak Lobelia tupa Unbekannt Lobelin Amerika:
Chile
Mapuche
Aztekensalbei Salvia divinorum Halluzinogen: Dissoziativum Salvinorin A Amerika: Mazateken
Sanango Tabernaemontana sananho Unbekannt Coronaridin
3-Hydroxycoronaridin
(-)-Heyneanin
(-)-Ibogamin
Voacangin
Amerika:
Peru
Sinicuichi Heimia salicifolia Unbekannt Unbekannt Amerika:
Azteken
Maya
Soma / Haoma Unbekannt Unbekannt Unbekannt Asien: Altes Indien
Alter Iran
Rigveda (Hinduismus)
Zoroastrismus
Steppenraute Peganum harmala Asien: Naher Osten, Iran
Talgmuskatnussbaum Virola sebifera Halluzinogen: Psychedelikum DMT
5-MeO-DMT
Amerika: Venezuela
Afrikanisches Traumkraut Entada rheedei Oneirogen Unbekannt Afrika, Indien, Australien
Aztekisches Traumkraut Calea ternifolia Downer, Oneirogen Unbekannt Amerika:
Mexiko
Chontal
Afrikanische Traumwurzel Silene undulata Oneirogen Unbekannt Afrika: Xhosa
Vilca Anadenanthera colubrina Halluzinogen: Psychedelikum DMT-Derivate: Bufotenin Amerika:
Tiwanaku
Wichi
Schamanismus
Weihrauch Boswellia
Boswellia papyrifera
Unbekannt Unbekannt Europa, Naher Osten Abrahamitische Religionen
Wein Vitis vinifera Downer: Euphorikum Ethanol Europa Christentum
Erginhaltige Winden
Ololiuqui
Tlitliltzin
Ipomoea purpurea
Ipomoea tricolor
Ipomoea violacea
Rivea corymbosa
Halluzinogen: Psychedelikum Ergin Amerika:
Mazateken
Zapoteken
Azteken
Maya
Schamanismus
Yopo Anadenanthera peregrina Halluzinogen:
Psychedelikum
DMT
5-MeO-DMT
Bufotenin
MAOIs:
2,9-Dimethyltryptolin und 2-Methyltryptolin
Amerika:
Amazonas-Becken
Schamanismus
Pituri Duboisia hopwoodii
Nicotiana
Stimulans Nicotin Australien:
Aborigines

Referenzen[]

  1. Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
  2. Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
  3. Stefanie Bötsch, Fabian Pitter Steinmetz: Drogen und ihre Wirkung - Substanzkunde für soziale, pädagogische und therapeutische Berufe Kohlhammer, Stuttgart ISBN 9783170436121, Seite 169
  4. https://sidekicks.berlin/alkohol/
  5. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4553648/
  6. https://www.jneurosci.org/content/36/10/2957
  7. https://doi.org/10.1093/ntr/ntq203
  8. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25566005/
  9. https://link.springer.com/article/10.1007/s00213-016-4391-x
  10. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4553648/
  11. https://www.jneurosci.org/content/36/10/2957
  12. https://doi.org/10.1093/ntr/ntq203
  13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25566005/
  14. https://link.springer.com/article/10.1007/s00213-016-4391-x